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ist schon ausgesprochen gewöhnungsbedürftig, wenn man eine woche mit sonne, sand und meer verbringt und dann nach hause in die kalte, verregnete stadt zurückkommt. und auch sonst ist es reichlich unterkühlt. es läuft unrund und extrem schwierig. vermutlich muß das so sein, wenn man den versuch unternimmt, neue wege zu gehen. aber so schwierig und allem voran schmerzhaft, hatte ich es mir dann doch nicht vorgestellt. da kam dann sehr schnell der wunsch auf: wäre ich doch dort geblieben. hätte mir man doch dort irgendeinen netten job angeboten und mich nur ein einziges mal gebeten zu bleiben.ja, vermutlich wäre ich geblieben. so, versuche ich mich wacker und tapfer zu schlagen. einen schritt nach dem anderen zu machen. wobei ich gestehen muß, dass es sich eher wie ein blind vor mich hinstolpern anfühlt. leichtigkeit fehlt. selbstverständnis, mut und vertrauen. irgendein supermarkt bekannt, wo man all das - vielleicht auch noch halbwegs günstig - erstehen kann? ach, und wenn ich dort vielleicht auch noch eine gehörige portion bauchgefühl kaufen könnte, wäre ich echt dankbar. mist. meine welt steht kopf und niemand in sicht, der sie wieder gerade rücken kann.
gestern durfte ich - bei tee und frischen waffeln - einer merkwürdigen szenerie beiwohnen. einem ablauf, der mir ein wenig zu denken gab. eine familie (mutter, vater, zwei kinder und die oma) setzte sich an den nebentisch. der vater, offenkundig das oberhaupt der familie. triefend vor autorität, ignoranz und sarkasmus für den rest seiner familie. die mutter angepasst an die situation, immer wieder ein wenig rebellisch ihm gegenüber, aber in keinster weise ernstzunehmend. die kinder - nebensache. die oma.....ja, die oma. die gab mir zu denken.ich vermute, die oma war dabei, weil oma eben dabei war. vielleicht verwitwet, vielleicht geschieden, wer weiß das schon. aber offenkundig alleinstehendes anhängsel der familie. die eben nicht allein bleibt, fährt die familie in urlaub. allerdings rüstig genug, um genau das tun zu können. oma also sehr offensichtlich weder senil, noch gebrechlich, nicht wirklich alt, lediglich ein wenig älter als alle anderen am tisch. und dennoch, oma wurde behandelt, wie das kleinste und jüngste aller kinder am tisch. ob man das nun fürsorge oder bevormundung nennen möchte ist mir gleich, fest steht, oma war nicht recht zufrieden mit der situation, mußte sich aber wohl oder übel fügen, in scheinbarer dankbarkeit, überhaupt dabei sein zu dürfen.eigene entscheidungen treffen - fehlanzeige. da wurde den beiden kindern noch mehr freiraum zugebilligt. jede noch so kleine entscheidung der oma wurde von ihren kindern angezweifelt. oma: ich glaub ich nehm eine waffelkind: die schaffst du doch gar nicht allein. oma: na gut, dann nimmst du vielleicht die andere hälfte.kind: aber dann nehm sie mit kirschen, die mag ich gern.oma: ich mag aber keine kirschen.kind: ach mama, du isst doch eh kaum was von der waffel. so ging das. egal ob es nun um waffeln, tee, kaffee oder dergleichen ging.irgendwann wurde oma stumm. hätte man sie nicht sitzen sehen, man hätte sie vermutlich vergessen. auch wenn ich glaube, dass dies ein ganz besonderes problem von alter ist, glaube ich auch, dass man dieses phänomen letztlich überall findet. eine ganz spezielle form der respektlosigkeit. oma....du hast keinen grund dich zu beschweren, immerhin, wir nehmen dich mit. aber pass dich gefälligst an. sei froh, dass du mit dabei sein darfst und ansonsten halte dich still im hintergrund, sonst könnte es passieren, dass du das nächste mal daheim bleibst. ich denke, dieses verhalten findet sich überall. und oft muß man gar nicht erst so alt werden, wie die oma am nebentisch. oft findet dieses verhalten ein leben lang statt. respekt, den muß man sich verdienen, heißt es im allgemeinen. klar, womit sollte die oma sich ihren respekt noch verdienen können? wenn nicht allein die tatsache zu gelten scheint, dass sie respektabel ist, weil sie ist was und wer sie ist. ich vermute, im laufe des alters verschieben sich die grenzen. als kind wird man ähnlich behandelt, manche menschen sogar ihr leben lang. der unterschied ist nur, dass man es als kind nicht so spürt, nicht so bewußt erlebt. ich bin mir sicher, die oma vom nebentisch hat es gespürt, es war zu sehen, zu spüren, auch für mich. und ich hätte gern dem impuls nachgegeben, aufzustehen, die oma bei der hand zu nehmen und zu sagen: ich nehm die jetzt mal mit, ihr braucht die offensichtlich eh nicht. respekt, den muß man sich nicht verdienen. respekt den hat man verdient. immer. überall. in jedem alter. einen menschen zu respektieren, heißt, ihn nehmen und schätzen wie er ist. ihn wert zu schätzen. je liebloser man mit seinen mitmenschen umgeht, um so weniger respekt hat man vor seinem gegenüber.meine meinung. respekt muß man sich nicht verdienen.aber mittlerweile stelle ich festrespekt muß man sich immer wieder erkämpfen.und das finde ich schade und traurig. denn im laufe dieses kampfes, geht dann die liebe oft verloren.
es gibt hier auf der insel sogenannte tagesfahrtentage. eine für mich schreckliche institution. an einigen wenigen tagen fahren am selben tag zwei schiffe. morgens hin, abends zurück. die menschen die in dieser zeit hierher kommen haben den blick nicht für die insel, haben sie ja auch kaum zeit um einen blick dafür zu bekommen. runter von der fähre und ab an den strand. nachmittags krebsrot und mit für zumindest mich fühlbarem sonnenstich wieder zurück. dann fallen sie wie die heuschrecken in die läden und cafes ein und belästigen alle anderen, die hier vielleicht noch etwas anderes suchen als den kurzen kick - den man hier eigentlich auch gar nicht finden kann. mein freund n. liebt diese leute - zumindest bis zu einem gewissen grad - arbeitet er doch in der nobelboutique gleich neben meinem lieblingscafe. cafeinhaberin m. haßt diese leute - auch wenn sie ihr täglich brot bedeuten - aus denselben gründen warum ich sie nicht mag. so saßen wir heute alle auf dem vorplatz der boutique, gleich neben dem cafe und lästerten und meckerten über alle rotköpfigen, übergewichtigen, unmöglichen und nervigen leute die so herumliefen. und dererlei gab es heute reichlich. 1000 leute verließen heute zwei fähren. (sonst fährt nur eine) und es war spürbar unangenehm, zumindest für mich. angenehmer da schon, das gefühl ein klein wenig dazu zu gehören. teil der illustren runde zu sein. prosecco von freund n. serviert zu bekommen, wo alle anderen urlauber keinen bekamen. ja, ich bin nicht mehr ganz urlauber, ich bin ein klein wenig mehr.so auch versichert vom schwulen friseur a. (ein liebenswertes unikat, den es so nur hier geben kann und der so herrlich überhaupt nicht auf die insel passt und gerade deshalb hier sein muß) der beteuerte, in diesen zirkel würde nicht jeder aufgenommen. dazu bedürfe es schon einiges. auch die einladung zum abendlichen schwimmen im meer. mit sonnenuntergang und allem was die insel so zu bieten hat fand ich schön, wenngleich ich noch nicht sicher bin, ob ich sie annehmen möchte. zu sehr reizt mich die vorstellung ein paar stunden allein im bill zu verbringen. niemanden um mich, stille und ruhe und ein wenig zeit für mich zu genießen. aber die option zu haben ist schon ein durchaus angenehmes gefühl. nun, zurück in meinen ruhigen, eigenen vier wänden, frisch geduscht - das zweite mal am heutigen tag aufgrund der fantastischen hitze und sonne - genieße ich ein klein wenig einsamkeit. selbst gewählte einsamkeit.im moment bekommt meine definition von "einsamkeit" eine ganz neue dimension. augenblicklich fühlt es sich nach grenzenloser freiheit an. eine gewisse innere befriedigung - zumindest für den kurzen moment - gibt es aber gleich. da werde ich mich ans fenster stellen - von dem aus ich den hafen gut sehen kann - und gedanklich hinüberwinken um all den furchtbaren, lauten und nervigen menschen, den tagesfahrtteilnehmern, ein lebewohl mit auf dem weg zu geben. und nur zu mir selbst werde ich murmeln: laßt euch nie mehr hier blicken.auf meiner, kleinen, wunderbaren insel.
....aber sowas von! eigentlich ja schon gestern abendbin ich auf meiner wunderbaren kleinen insel angekommen.....oder sollte ich besser sagen: nach hause gekommen.ein wunsch ist in erfüllung gegangen, einfach so und ziemlich unerwartet. und ganz entgegen meiner befürchtung war es kein fremdes und ängstliches gefühl, sondern das gefühl an einen ort zu kommen, der vertraut und schön ist. nun bin ich bereits (fast) einen tag hier und es ist, als wäre ich nie weg gewesen. bereits sehr früh bin ich aufgewacht, noch nicht gewöhnt an das pferdegetrappel der planwagen, die es hier anstatt autos gibt. ich weiß, ein zwei tage und ich höre sie nicht mehr. heute morgen hab ich mich gefreut sie zu hören. jetzt, am tisch sitzend, mit blick auf das wattenmeer, kann ich immernoch kaum glauben, dass ich hier bin, ging ja alles so schnell. es ist das erste mal seit.....ich kann mich kaum erinnern, dass ich urlaub alleine mache. gut, zugegeben, ich war bereits vor zwei jahren allein hier, das aber eher in anderer mission. oder vielleicht doch nicht....?!?nun, reiner urlaub wird es nicht sein, das geb ich zu. ein kleiner schritt auf dem weg zu mir wohl schon eher. aber man kann ja bekanntermaßen das angenehme mit dem nützlichen verbinden. bereits am morgen hab ich mich aufgemacht, mir ein fahrrad geliehen - eine andere fortbewegungsart gibt es hier nunmal nicht, außer man besitzt ein pferd - und fuhr los um zu sehen, ob die insel noch das ist, was sie letztes und vor allem vorletztes jahr war. gut, ein wenig mehr los als sonst wenn ich im mai hier war. aber alles wichtige findet sich noch an seinem platz. gestern bereits saß ich am meer in einem meiner heißgeliebten strandkörbe und durfte den sonnenuntergang genießen. ein schauspiel, das mit nichts zu vergleichen ist. heute morgen dann auf zum besten cafe mit dem besten kaffee von juist. auch hier ein heimkommen.es ist schon was besonderes für mich, wenn man vom inhaber des cafes liebevoll gedrückt wird und mit einem lächeln den latte macchiato auf´s haus serviert bekommt. schön, einfach nur schön. du mußt heute abend mit zum angeln kommen meinte er, am ersten abend sollte man nicht allein bleiben. dass dies eigentlich schon der zweite abend war, haben wir beide unter den tisch fallen lassen. zu sehr habe ich mich über diese einladung gefreut, die wahrlich von herzen kam und von herzen gern angenommen wurde. nun wird es picknick am strand mit prosecco geben, india - die braune labradorhündin - wird mit dabei sein und alle werden spaß haben. nein, wenn ich es mir so recht überlege, man sollte an abenden wie diesen nicht allein sein. wenngleich ich weiß, ich könnte es, und es würde sich auch gut anfühlen. so wie gestern. nach dem obligatorischen prosecco mit erdbeeren, der nach dem latte macchiato noch folgte und der zu meinem cafebesuch gehört, wie strand zum meer - hab ich mich aufgemacht die nützlichen dinge zu erledigen. hab einen strandkorb gemietet, mir einen plan der insel besorgt und - wie man merkt - einen umts-stick um ein klein wenig kontakt zur außenwelt zu halten (nur zur sicherheit). als all diese dinge erledigt waren, war es schon wieder zeit für´s mittagessen. irgendwie verfliegt hier die zeit ein wenig schneller als zu hause. nachdem es gestern bereits meine geliebten krabben gab, entschied ich mich heute für fish´n chips. eine portion, (so billig wie ein kinderteller) die vermutlich für drei, sicherlich aber nicht für mich allein gedacht war. aber so lecker, dass ich mich fast hineinlegen hätte können. ach, mein schwager (und gleichermaßen hausarzt) wäre an dieser stelle stolz mich, ermahnte er mich doch erst letzte woche viel mehr fisch zu essen. jetzt gibt es eine kurze verschnaufpause, weil die sonne schon arg vom himmel brennt, ich mittlerweile nun doch stinke wie ein iltis (wenngleich wohl kaum aus den prophezeiten gründen, mr.r.) und ich glaube ich werde nachher etwas tun, was ich sonst nie tue: ich werde eine kleine siesta einlegen. zeit genug hab ich ja nun, da ich hier nichts anderes zu tun habe, als gut für mich zu sorgen - wie man mir als aufgabe mehrfach mit auf den weg gegeben hat - ja, das tue ich. und ich freue mich, auf den nächsten sonnenuntergang, den ich diesmal mit freunden genießen darf. ja, manchmal muß man weit fahrenum zu erfahren, was wichtig ist.
manchmal gibt es wendepunkte im leben. momente, die einen überfahren und umwerfen. aus dem scheinbaren nichts kommend, einfach so. vielleicht liegt es in meinem fall an meinem kürzlich vergangenen geburtstag oder an der bevorstehenden hochzeit. fest steht, mein wendepunkt hat mich getroffen, überrannt, umgehauen. nun sitze ich hier. allein. die kinder sind für zwei wochen bei freunden, der hund beim sitter und mein koffer gepackt. es gilt noch ein paar dinge zu regeln, bevor es losgeht. aber es geht los. die entscheidung immer wieder hinausgeschoben, in zweifel gezogen und verworfen, bin ich jetzt bereit dazu den schritt zu gehen. einen schritt, der mich ins niemandsland führen wird. in unbekanntes terrain.unheimliches glücksgefühl, als die zusage für die wohnung mit meerblick kam. das wissen darum dorthin zurückzukehren wo ich immer hinwollte. dorthin wo schon einmal mein weg beginnen sollte, damals bevor ich ihn selbst wieder begraben hatte. vielleicht ein zweiter versuch, vielleicht aber auch ein neuer weg. der zuspruch der von außen, von allen seiten kommt ist wundervoll. rührt mich regelmäßig zu tränen und zig taschentücher sind verbraucht. sätze fallen wie: es gibt im moment nur drei menschen die wichtig sind, du und deine kinder. die kinder sind versorgt, also denk einmal an dich. du bist eine wunderbare, besondere frau, du brauchst niemanden, du brauchst dich, verlier dich nicht. egal was sie sagen, wie sie es sagen, wie sie da sind, das ist es was wärmt, das kraft gibt, mut macht. dass sie da sind, hilfe anbieten ohne wenn und aber. verstehen, ohne zu fragen. zuhören ohne zu urteilen. ich liebe all diese menschen, die da sind.da sind, weil ich ihnen wichtig bin. nun ist es also soweit. so oft habe ich davon geträumt und mir ausgemalt, wie es wäre. und jetzt, einfach so, wird der traum wahr. angst hatte ich, nackte blanke angst. denn einen traum zu haben und ihn dann auch wahr werden zu lassen, sind weiß gott zwei paar stiefel. mutig muß ich sein, ein klein wenig verrückt auch. aber was mich ebenfalls antreibt ist neugier.neugier auf diesen neuen weg.meinen weg. zeit für mich wollte ich. nun bin ich gespannt, was diese zeit für mich, mir bringen wird. und neugierig bin ich, ob ich mich am ende genauso gern haben werde, wie es all diese lieben menschen um mich herum scheinbar haben. wie heißt es so schön:geliebt werden, kann nur, wer sich selber liebt. ich gebe mich weiß gott nicht der illusion hin, dass nach diesen tagen plötzlich alles anders, besser sein wird. ich hege lediglich die hoffnung, ein paar schritte weiter gehen zu können, auf dem trampelpfad der vor mir liegt. denn dieser trampelpfad ist mein leben. ich wünsche mir so sehr, die kraft und den mut zu finden, diesen weg gehen zu können.denn ich bin so unglaublich neugierig darauf, wohin er führt. und ich habe die große sehnsucht, dass er zu mir führt. ich danke an dieser stelle einem freund, der - wenn vermutlich auch unbeabsichtigt - mit seinen gedanken zum katalysator meines wendepunkts wurde. der ausgesprochen hat, wozu ich zu feige war, der - ohne sein wissen - gerade mein leben auf den kopf gestellt hat. und ich danke einem weiteren freund, der freund genug war, mir die wahrheit ehrlich ins gesicht zu sagen. freunde, sind das gold dieser tage. ich glaube, ich hatte das vergessen.
Ein nasskalter Wintertag singt dieses Lied.Ein Reisender und einer der blieb.Von beiden ein Traum gemeinsam erkannt einsam auseinander getanzt Während ein Herz schwieg, wird ein anderes laut und schwer. Und ich weiß noch genau, wo es liegt und wie's klingt, doch es wiegt nichts mehr. Im Laufe der Zeit fällt Schnee Federleicht Du tust nicht mehr weh. Ein ganz neues Leben, ein anderer Tag Ein Reisender und einer kommt nach Er stellt sich den Dingen, wie er ihr's versprach Ein Leben und Lieben danach Manchmal zeichnet er ihr Gesicht in den Wind, der weht, und dann entsteht aus dem Nichts ein Gedicht, das erwähnt, wie es weitergeht Im Laufe der Zeit fällt Schnee Federleicht Du tust nicht mehr weh Im Laufe der Zeit fällt Schnee Federleicht Du tust nicht mehr weh