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....aber sowas von! eigentlich ja schon gestern abendbin ich auf meiner wunderbaren kleinen insel angekommen.....oder sollte ich besser sagen: nach hause gekommen.ein wunsch ist in erfüllung gegangen, einfach so und ziemlich unerwartet. und ganz entgegen meiner befürchtung war es kein fremdes und ängstliches gefühl, sondern das gefühl an einen ort zu kommen, der vertraut und schön ist. nun bin ich bereits (fast) einen tag hier und es ist, als wäre ich nie weg gewesen. bereits sehr früh bin ich aufgewacht, noch nicht gewöhnt an das pferdegetrappel der planwagen, die es hier anstatt autos gibt. ich weiß, ein zwei tage und ich höre sie nicht mehr. heute morgen hab ich mich gefreut sie zu hören. jetzt, am tisch sitzend, mit blick auf das wattenmeer, kann ich immernoch kaum glauben, dass ich hier bin, ging ja alles so schnell. es ist das erste mal seit.....ich kann mich kaum erinnern, dass ich urlaub alleine mache. gut, zugegeben, ich war bereits vor zwei jahren allein hier, das aber eher in anderer mission. oder vielleicht doch nicht....?!?nun, reiner urlaub wird es nicht sein, das geb ich zu. ein kleiner schritt auf dem weg zu mir wohl schon eher. aber man kann ja bekanntermaßen das angenehme mit dem nützlichen verbinden. bereits am morgen hab ich mich aufgemacht, mir ein fahrrad geliehen - eine andere fortbewegungsart gibt es hier nunmal nicht, außer man besitzt ein pferd - und fuhr los um zu sehen, ob die insel noch das ist, was sie letztes und vor allem vorletztes jahr war. gut, ein wenig mehr los als sonst wenn ich im mai hier war. aber alles wichtige findet sich noch an seinem platz. gestern bereits saß ich am meer in einem meiner heißgeliebten strandkörbe und durfte den sonnenuntergang genießen. ein schauspiel, das mit nichts zu vergleichen ist. heute morgen dann auf zum besten cafe mit dem besten kaffee von juist. auch hier ein heimkommen.es ist schon was besonderes für mich, wenn man vom inhaber des cafes liebevoll gedrückt wird und mit einem lächeln den latte macchiato auf´s haus serviert bekommt. schön, einfach nur schön. du mußt heute abend mit zum angeln kommen meinte er, am ersten abend sollte man nicht allein bleiben. dass dies eigentlich schon der zweite abend war, haben wir beide unter den tisch fallen lassen. zu sehr habe ich mich über diese einladung gefreut, die wahrlich von herzen kam und von herzen gern angenommen wurde. nun wird es picknick am strand mit prosecco geben, india - die braune labradorhündin - wird mit dabei sein und alle werden spaß haben. nein, wenn ich es mir so recht überlege, man sollte an abenden wie diesen nicht allein sein. wenngleich ich weiß, ich könnte es, und es würde sich auch gut anfühlen. so wie gestern. nach dem obligatorischen prosecco mit erdbeeren, der nach dem latte macchiato noch folgte und der zu meinem cafebesuch gehört, wie strand zum meer - hab ich mich aufgemacht die nützlichen dinge zu erledigen. hab einen strandkorb gemietet, mir einen plan der insel besorgt und - wie man merkt - einen umts-stick um ein klein wenig kontakt zur außenwelt zu halten (nur zur sicherheit). als all diese dinge erledigt waren, war es schon wieder zeit für´s mittagessen. irgendwie verfliegt hier die zeit ein wenig schneller als zu hause. nachdem es gestern bereits meine geliebten krabben gab, entschied ich mich heute für fish´n chips. eine portion, (so billig wie ein kinderteller) die vermutlich für drei, sicherlich aber nicht für mich allein gedacht war. aber so lecker, dass ich mich fast hineinlegen hätte können. ach, mein schwager (und gleichermaßen hausarzt) wäre an dieser stelle stolz mich, ermahnte er mich doch erst letzte woche viel mehr fisch zu essen. jetzt gibt es eine kurze verschnaufpause, weil die sonne schon arg vom himmel brennt, ich mittlerweile nun doch stinke wie ein iltis (wenngleich wohl kaum aus den prophezeiten gründen, mr.r.) und ich glaube ich werde nachher etwas tun, was ich sonst nie tue: ich werde eine kleine siesta einlegen. zeit genug hab ich ja nun, da ich hier nichts anderes zu tun habe, als gut für mich zu sorgen - wie man mir als aufgabe mehrfach mit auf den weg gegeben hat - ja, das tue ich. und ich freue mich, auf den nächsten sonnenuntergang, den ich diesmal mit freunden genießen darf. ja, manchmal muß man weit fahrenum zu erfahren, was wichtig ist.
manchmal gibt es wendepunkte im leben. momente, die einen überfahren und umwerfen. aus dem scheinbaren nichts kommend, einfach so. vielleicht liegt es in meinem fall an meinem kürzlich vergangenen geburtstag oder an der bevorstehenden hochzeit. fest steht, mein wendepunkt hat mich getroffen, überrannt, umgehauen. nun sitze ich hier. allein. die kinder sind für zwei wochen bei freunden, der hund beim sitter und mein koffer gepackt. es gilt noch ein paar dinge zu regeln, bevor es losgeht. aber es geht los. die entscheidung immer wieder hinausgeschoben, in zweifel gezogen und verworfen, bin ich jetzt bereit dazu den schritt zu gehen. einen schritt, der mich ins niemandsland führen wird. in unbekanntes terrain.unheimliches glücksgefühl, als die zusage für die wohnung mit meerblick kam. das wissen darum dorthin zurückzukehren wo ich immer hinwollte. dorthin wo schon einmal mein weg beginnen sollte, damals bevor ich ihn selbst wieder begraben hatte. vielleicht ein zweiter versuch, vielleicht aber auch ein neuer weg. der zuspruch der von außen, von allen seiten kommt ist wundervoll. rührt mich regelmäßig zu tränen und zig taschentücher sind verbraucht. sätze fallen wie: es gibt im moment nur drei menschen die wichtig sind, du und deine kinder. die kinder sind versorgt, also denk einmal an dich. du bist eine wunderbare, besondere frau, du brauchst niemanden, du brauchst dich, verlier dich nicht. egal was sie sagen, wie sie es sagen, wie sie da sind, das ist es was wärmt, das kraft gibt, mut macht. dass sie da sind, hilfe anbieten ohne wenn und aber. verstehen, ohne zu fragen. zuhören ohne zu urteilen. ich liebe all diese menschen, die da sind.da sind, weil ich ihnen wichtig bin. nun ist es also soweit. so oft habe ich davon geträumt und mir ausgemalt, wie es wäre. und jetzt, einfach so, wird der traum wahr. angst hatte ich, nackte blanke angst. denn einen traum zu haben und ihn dann auch wahr werden zu lassen, sind weiß gott zwei paar stiefel. mutig muß ich sein, ein klein wenig verrückt auch. aber was mich ebenfalls antreibt ist neugier.neugier auf diesen neuen weg.meinen weg. zeit für mich wollte ich. nun bin ich gespannt, was diese zeit für mich, mir bringen wird. und neugierig bin ich, ob ich mich am ende genauso gern haben werde, wie es all diese lieben menschen um mich herum scheinbar haben. wie heißt es so schön:geliebt werden, kann nur, wer sich selber liebt. ich gebe mich weiß gott nicht der illusion hin, dass nach diesen tagen plötzlich alles anders, besser sein wird. ich hege lediglich die hoffnung, ein paar schritte weiter gehen zu können, auf dem trampelpfad der vor mir liegt. denn dieser trampelpfad ist mein leben. ich wünsche mir so sehr, die kraft und den mut zu finden, diesen weg gehen zu können.denn ich bin so unglaublich neugierig darauf, wohin er führt. und ich habe die große sehnsucht, dass er zu mir führt. ich danke an dieser stelle einem freund, der - wenn vermutlich auch unbeabsichtigt - mit seinen gedanken zum katalysator meines wendepunkts wurde. der ausgesprochen hat, wozu ich zu feige war, der - ohne sein wissen - gerade mein leben auf den kopf gestellt hat. und ich danke einem weiteren freund, der freund genug war, mir die wahrheit ehrlich ins gesicht zu sagen. freunde, sind das gold dieser tage. ich glaube, ich hatte das vergessen.
Ein nasskalter Wintertag singt dieses Lied.Ein Reisender und einer der blieb.Von beiden ein Traum gemeinsam erkannt einsam auseinander getanzt Während ein Herz schwieg, wird ein anderes laut und schwer. Und ich weiß noch genau, wo es liegt und wie's klingt, doch es wiegt nichts mehr. Im Laufe der Zeit fällt Schnee Federleicht Du tust nicht mehr weh. Ein ganz neues Leben, ein anderer Tag Ein Reisender und einer kommt nach Er stellt sich den Dingen, wie er ihr's versprach Ein Leben und Lieben danach Manchmal zeichnet er ihr Gesicht in den Wind, der weht, und dann entsteht aus dem Nichts ein Gedicht, das erwähnt, wie es weitergeht Im Laufe der Zeit fällt Schnee Federleicht Du tust nicht mehr weh Im Laufe der Zeit fällt Schnee Federleicht Du tust nicht mehr weh
fünfeinhalb wochen noch. und so langsam aber sicher macht sich eine gewisse unruhe bemerkbar. selbstverständlich, es könnte natürlich auch sein, dass mr.r. kurz vor einem unbemerkten herzinfarkt steht. vielleicht leidet er auch seit einiger zeit unter herzrhytmusstörungen und keiner weiß es. naja und eventuell wird er auch nur alt und die aktuellen symptome sind erste ausfallerscheinungen. (aber mr.r. - der kindskopf - wird vermutlich niemals alt).es könnte aber auch ganz anders sein und mr.r. kommt so langsam ein klein wenig ins schwitzen, weil, ja weil in ein paar wochen ein kleines wort, seine welt ziemlich verändern wird. es gibt nun leider kein expertenhandbuch zum thema "heiraten leicht gemacht", oder "wie verhalte ich mich im ernstfall heirat". somit steht mr.r. vor dem vorläufig unslösbaren problem: wohin mit der nervosität und der schei....angst, die er ganz offenkundig vor sich herschiebt. ich will ja nun nicht behaupten, dass ich sehr viel entspannter wäre. wenngleich ich schon denke, dass ich einen kleinen erfahrungsvorsprung habe und zumindest weiss, dass es danach sehr entspannt weiter gehen kann und wird. ich weiß auch, dass in wahrheit dieses eine wort nicht die ganze welt verändern wird. ich denke eher, unserer kleinen bunten welt wird nur noch eine weitere, schöne farbe hinzugefügt. aber für einen erfahrenen und intensiv gelebten junggesellen wie mr.r. ist "verheiratet sein" dann schon deutlich weltbewegender, das leuchtet mir ein. ich persönlich warte ja nur auf den tag, an dem er beginnt ein nervöses augenzucken zu entwickeln jedesmal wenn die sprache auf die hochzeit oder vorbereitungen für den tag kommt. alternativ könnte ich mir auch vorstellen, dass es asthmatische anfälle sind, die er bekommen wird, wenn das so weiter geht.... erste anzeichen dafür gibt es ja bereits. aber ich habe vorgesorgt. kommenden donnerstag wird er bei meinem schwager vorsprechen, seines zeichens allgemeinarzt, und wird sich dort durchchecken lassen, damit wir tatsächliche körperliche ursachen ausschließen können. sollte nun die frage aufkommen, ob es mir sorgen bereitet, dass mr.r.´s reaktionen auf die bevorstehende hochzeit derart skuril ausfallen, so muß ich verneinen. im gegenteil ich finde es irgendwie ausgesprochen liebenswert. mr.r. kann ja an sich nur sehr wenig aus der ruhe bringen. dass unser hochzeitstermin nun so ein seltener fall sein soll finde ich eher süß. aber sicherheitshalber werde ich mich am "d-day" mit kreislauftropfen, asthmaspray und beruhigungspillen bewaffnen, so dass ich bereits vom ersten tag unserer ehe meinem mann "hilfreich" zur seite stehen kann. (wir wollen ja nicht, dass die unterschrift auf der heiratsurkunde verwackelt und unleserlich wird)
mr. r. und ich waren gestern beim sommer-tollwood.der tag der eröffnung und wir waren bereits da. schön war´s. was ich am tollwood besonders mag ist die vielfältigkeit. es ist praktisch alles geboten. kitsch & krempel, romantik & aufregung, essen aller art etc. etc. mr.r. hat sich von stand zu stand ge(fr)gessen und so schlenderten wir ein wenig durch die gegend. oft finden mr.r. und ich ja keine zeit für sowas um so schöner war es, dass es sich mehr oder weniger spontan ergeben hatte, nachdem der kindsvater die kinder außer der reihe zu sich genommen hatte und wir keinen sitter brauchten. es war schön. ich konnte die sammlung meiner heißgeliebten froschkönige um ein weiteres exemplar erweitern und kleiner höhepunkt am rande war sie:
.....naja, ganz so, sah sie natürlich nicht aus. ein ganz spezieller stand. eine frage 1 euro stand dort geschrieben. mr. r. und ich schlenderten erst an ihr vorbei und ich machte noch den spaß, ob ich sie mal fragen sollte, ob es tatsächlich eine gute idee wäre mr.r. zu ehelichen. er grinste mich an (typisch mr.r.) und meinte, na, dafür gäbe er mir sofort einen euro. also gingen wir zurück. die dame erläuterte mir, dass ich nur offene fragen stellen dürfe, so dass die direkte frage nach mr.r. heiraten ja oder nein, ausfiel. aber sie riet mir, ich könnte sie ja fragen, was mir die zukunft mit mr.r. bringen würde. und so tat ich das. ich zog eine karte. tja, was soll ich sagen. ich kann nur annähernd wiedergeben, wie diese karte aussah. menschen, die sich an händen hielten, leuchtend und tanzend. ich denke ich hätte auch schlechtere karten ziehen können. und dass mein leben mit mr.r. wahrlich ein tanz sein wird und auch bereits ist (in allen schattierungen und varianten) kann ich ja schon bestätigen.besonders aber mochte ich, was auf der karte stand:"wir sind die welt".ja, das sind wir. eine unglaublich schöne, kleine welt sind wir. in der es sich sehr, sehr gut und schön leben läßt. ich mochte mr.r.´s strahlen in den augen und das schmunzeln um seine lippen, als er gesehen hat, welche karte ich da für mich, für uns gezogen hatte. ja.....ich verliebe mich tag für tag auf´s neue in meinen mr.r.
"es kommt eine zeit, da muß man erwachsen werden, sich dafür entscheiden, bei einem menschen zu bleiben.denn ich glaube, dass es eine entscheidung ist.eine beziehung wird niemals perfekt sein. wenn man jemand gefunden hat, mit dem man lachen kann, mit dem man sich auf ein paar ebenen gut versteht, den man nicht jeden tag für irgendetwas, das er tut, hasst - dann ist das schon eine ganze menge.das ist doch besser, als der letzte romantiker zu sein, der immer noch von der idealen liebe träumt."gestern wurde mir von mehreren seiten gesagt, ich wäre verrückt mr. r. zu heiraten. ich hätte eine fünfzig fünfzig chance, dass es entweder genauso schnell wieder vorbei wäre, wie es begonnen hat oder ich säße grau und alt irgendwann glücklich und frisch verliebt neben ihm. dazwischen gäbe es bei uns nichts. ja ist das denn letztlich nicht immer so? haben wir nicht immer eine fünfzigfünfzig chance? wirklich geistreich war das statement vermutlich nicht. aber dennoch trifft es im kern. ich muß tatsächlich ein wenig verrückt sein, den mut aufzubringen, meine ängste zu überwinden, aller risiken zum trotz, einen weg zu gehen, dessen ende nicht absehbar ist. aber ist das nicht das eigentliche leben? ich bin gerne verrückt, besonders seit es mr.r. in meinem leben gibt. das ist teil des geheimnisses unserer beziehung. und auch wenn es für aussenstehende immer mal wieder so aussehen mag, als würden er und ich ein kamikaze-projekt betreiben (das er und ich gemeinhin als unsere beziehung betrachten) so finde ich, dass es nichts spannenderes in meinem leben gibt, als mein leben mit mr.r. leben im mittelmaß, dass machen andere, das ist nichts für mr.r. und so langsam fange ich an zu begreifen: es ist auch nicht mein way of life, nicht mehr.ja, ich habe auch bauchschmerzen, so wie ein weiterer freund von uns, wenn ich an die hochzeit denke. aber ich glaube auch, dass das gut ist so. zeigt es mir doch auch, dass ich nicht blindlings in irgendetwas hineinstolpere ohne mir vorher nicht meine gedanken gemacht zu haben. es ist nicht immer alles rosa, wird es auch nie sein. aber der mensch ist auch nicht immer glücklich. und wäre er es, würde er es nicht mehr merken. mr.r. und ich haben rosa zeiten, weil wir auch dunkle haben. und hätten wir diese nicht, wüßten wir vermutlich nicht mal, wie rosa aussieht. was hat mr.r. dazu gesagt?"verrückt, dass wir heiraten? passt. kauf ich"das ist leben mit mr.r. es gibt keine garantie, kein umtauschrecht. und auf eine fünfzigfünfzig chance pfeiff ich, weil ich die überall haben kann. ich bin gern verrückt mit mr.r. und wenn ich morgen aufwachen sollte und feststelle, dass der weg den ich mit ihm gegangen bin, nicht mehr der richtige ist.dann weiß ich zumindest eines sicher: ich hatte eine verdammt gute zeit. und alles was danach kommt, war es wert. wir lernen voneinander, mein mr.r. und ich. und was ich von ihm lernen kann, ist leben. leben auf eine art, die ich vorher nicht gekannt und mich allein auch nie getraut hätte. mein mr.r. ist verrückt, mit sicherheit, dass wußte ich schnell. aber das ist auch verdammt gut so.