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Sonntag, 18. Oktober 2009

naiv trifft dumm wie brot

eigentlich hab ich mich ja immer für doch einigermaßen clever gehalten.
vielleicht nicht hochtrabend intelligent aber ausreichend für den alltag und mein leben.
bis jetzt zumindest.

nur heute durfte ich die erfahrung machen, die mich erahnen läßt, dass ich vielleicht doch ein klein wenig schlauer sein müßte um in dieser welt zu bestehen.

in diesem moment hege ich die hoffnung: ist naivität vielleicht ein wenig verzeihlicher als schlichte dummheit?

kann man sich damit erklären, wenn man sagt: ich hätte es vielleicht wissen müssen, aber ich hätte es mir nie vorstellen können...

fest steht, dass ich worte geglaubt, dingen vertraut habe....die ich eigentlich, wäre ich ein bißchen weniger naiv (oder nicht ganz so doof) gleich beim ersten mal als das hätte verstehen müssen, als was sie gemeint waren.

ist es naiv (oder schlicht dumm) zu glauben, dass jemand nett zu einem menschen ist, weil er ihn mag, weil er ehrliches interesse hat?
interesse am gegenüber an sich. nicht an dem was er gerne vom selbigen hätte, nur damit wir uns hierbei richtig verstehen.
muß ich in zukunft also immer davon ausgehen: ist jemand nett, wird er schon irgendwas wollen.
und dieses "irgendwas" will ich aber nicht.

fest steht:
baaah....nein, ich möchte niemanden in seiner dachgeschosswohnung in der belgradstrasse (nummer der autorin bekannt) besuchen.
baaah...nein, ich möchte auch nicht auf das abendessen verzichten und gleich zum wesentlichen übergehen.
baaah....nein, ich brauche keine guten argumente mehr zu wissen, weil ich sie alle bereits kenne, es sind eh immer dieselben.
baaah...nein, ich möchte auch sonst nix mehr hören.....sonst fallen mir dabei noch die ohren ab....oder aber, mir rutscht die hand aus.

ja. im moment komm ich mir tatsächlich reichlich dumm vor. mit naivität nicht zu erklären, auch wenn ich das gern würde, weil ich mich dann vielleicht ein kleines bißchen weniger gekränkt fühlen müßte.

nun. grundsätzlich wäre das ganze vielleicht auch ein klein wenig schmeichelhaft, wenn ja wenn, es nicht unter dem deckmäntelchen des "ich mag dich und sonst auch nix" stattgefunden hätte.

eine frage hätt ich aber da noch:
was muß frau noch tun um ein "nein" als ein "nein" klarzustellen?
ach ja und ich würd auch gern noch wissen, ob ein ehering geradezu dazu verleitet zu glauben, eine schnelle nummer wäre quasi inklusive.....weil´s ohne verpflichtungen ja gleich noch viel mehr spaß macht, oder wie?

ich geh jetzt ins bad und schau in den spiegel, ob da irgendwo auf meiner stirn geschrieben steht:
ich bin strohdumm und nehm alles was daher kommt, weil´s wurscht is.
(aber eigentlich glaub ich´s ja nicht. sonst hätt ich ne stirn wie ne kuh....und auch wenn ich mich grad wie eine fühl, wie ne dumme, so weiß ich, bin ich´s nicht)
männer, herzlichen dank auch.
frau wundert sich.

Dienstag, 8. September 2009

mangelwirtschaft

eigentlich wollte ich ja schon längst die fortsetzung der telenovela in angriff genommen haben.
außerdem wollte ich eigentlich auch schon die urlaubs- und hochzeitsbilder gesichtet und verschickt haben.
ich wollte meinen schreibtisch aufgeräumt und die kleiderschränke entrümpelt haben.
mein buch wollte ich längst zu ende gelesen und ein neues begonnen haben.
ich wollte auch irgendwie mehr zeit für mich finden und ein paar nischen für mich und das was mir wichtig ist schaffen.
ich hatte den großen vorsatz, nicht mehr anlaufstelle nr. 1 für alle in problematischen lebenslagen zu sein.....und bekomme nun anrufe von frauen meiner expartner, weil ich´s doch schließlich am besten verstehen würde....(nein, ich versteh gar nix. möcht ich auch nicht. ich möcht´s nicht mal wissen, wenn ich ehrlich bin)
ich hatte geplant diese woche meine tochter und mich pünktlich in schule und arbeit zu bugsieren.
ich war mir sicher, ich würde in zukunft mehr zeit finden um wieder regelmäßig in den sport zu gehen.
ich habe bereits seit wochen vor, dem armen, vernachlässigten fellmonster die krallen zu schneiden, bevor wir irgendwann dazu übergehen können sie zu lackieren und maniküren.
ich kann von glück reden, dass meine pflanzen nicht sprechen können, sonst würden sie mich jeden tag, wenn ich nach hause komme anschreien, weil sie seit tagen kein wasser mehr bekommen haben.
ich war mir sicher, es in zukunft zu schaffen, morgens nicht mehr für alles allein verantwortlich zusein.
ich hatte mir fest vorgenommen verantwortung und kernkompetenzen (ein tolles wort) zukünftig auch abzugeben.
ich muß seit zwei wochen zum autoservice, weil die heizung alles macht, nur nicht mehr heizen.
ich hatte mir vorgenommen, mich über all das und noch viel mehr, nicht mehr zu ärgern, weil auch das zeit und vor allem energie kostet.

und ich stelle fest.....es herrscht akuter mangel an zeit, nerven, geduld und am ende energie.
ja, ja reißt mich nur alle in stücke.
jeder bekommt eins.
ein stück mama, ein stück putzfrau, ein stück hausfrau, ein teil freundin, ein teil eventmanager und -organisator, ein teil ehefrau, ein stück mädchen für alles und alle in jeder lebenslage.

....aber ich bin mir fast sicher, wenn am ende der versuch unternommen wird, diese puzzlestücke wieder zusammenzusetzen....wird ein teil fehlen

Samstag, 5. September 2009

exkurs in die realität

es gibt menschen, die sind an ignoranz und selbstgerechtigkeit kaum zu überbieten.
menschen, die einem eigentlich nahestehen müßten, die vielleicht am ehesten wissen müssten wie man tickt und was der beste weg ist.

man ist von menschen umgeben, die in einem selbst regelmäßig das gefühl aufkommen lassen, dringend um sich schlagen zu müssen und, wenn das nicht hilft laut losschreien zu wollen, weil nicht wahr sein kann, was passiert.

meist sind diese menschen keine fremden, keine flüchtigen bekannten.
nein, eher nahestehende personen verstehen es besonders gut, auf den nerven anderer herumzutrampeln, emotionen mit gefühlen zu treten und gerade aus dem vermeindlichen recht der nähe heraus kommentare abzugeben, die schlicht zum himmel stinken.

ein sprichwort sagt, gäste wären wie fische....nach zwei tagen fangen sie an zu stinken und sollten dringend das haus verlassen.
aber wie verhält sich die sache mit nahestehenden personen...irgendwie hab ich ja das gefühl, die stinken oft bereits schon, wenn sie das haus betreten.

eines ist mir auf jeden fall im laufe der letzten zeit klar geworden:
man kann sie sich nicht aussuchen,
seine
verwandschaft

und irgendwie find ich das manchmal ziemlich besch.....!

Freitag, 17. Juli 2009

er kann´s nicht lassen

gestern war ich mit einer freundin und mr.r. in der strandbar.
eine kleine, feine oase mitten im herzen münchens, auf einer brücke an der isar gelegen.
ein haufen sand, ein paar liegestühle, eine menge leute und (leider) mittelmäßige musik.

freundin j. und ich trafen uns bereits ein wenig früher, da mr.r. noch zu arbeiten hatte.
angenehm, weil j. genug zu erzählen hatte - weiberkram - und so ein wenig ruhe dafür war.
angenehm auch, weil ich mal nicht erzählen musste.

sensation des abends: mr.r. kam und er kam nicht allein, sondern brachte münchens beste currywurst für uns mädels mit und genau in diesem moment wurde mir erst bewußt wieviel hunger ich eigentlich hatte.
tja, mr.r. ist der beste, aber das wußten wir ja schon.

was wir auch wissen....mr.r. ist ein frauenheld.
und wo freundin j. und ich uns schwer taten, potentielle alternativen für unsere aktuellen männer zu finden (ein kleines spiel, dass wir frauen ja hin und wieder ganz gerne spielen), hätte mr.r. auf anhieb zwei mehr als gute alternativen zu seiner aktuellen herzensdame gefunden.
blöd nur die tatsache, dass ich ja seine aktuelle herzensdame bin.

das alles wäre ja nicht weiter tragisch, weil ja nur theoretisch. wenn, ja wenn mr.r. seine letztendliche, tatsächliche wahl für mich nicht derart wirr begründet hätte.
ich könnte es uns nun allen einfach machen und es auf den alkohol schieben, den mr.r. mittlerweile zu sich genommen hatte - aber da ich mr.r.´s alkoholleistungsfähigkeit kenne, ist diese erklärung damit leider hinfällig.
mr.r. hat mal wieder einfach drauflosgeplappert, ohne sinn und verstand, naja, zumindest ohne verstand.

darf man einer frau tatsächlich sagen, auch wenn sie nicht die schönere und die klügere der drei möglichen kanditatinnen ist, würde man sich dennoch für sie entscheiden, weil sie ein gesundes mittelmaß aus beidem darstellt?

denken, ja denken kann man(n) sich sowas vielleicht.
(an dieser stelle werde ich nun schweigen, darüber, was frau sich manchmal so alles denkt)
aber selbst wenn man dererlei dinge denkt, gibt es doch ein ungeschriebenes gesetz:
man hält in gottes namen den mund!

ach mr.r. ist es denn tatsächlich so wichtig mich dieses mittelmaß glauben machen zu wollen? ist es leichter damit umzugehen, weil mittelmaß nur die wenigsten interssieren wird?
gerade sie, mr.r. neigen nicht zum mittelmaß - so wie ich im übrigen auch nicht.
wollen sie mir tatsächlich weiß machen, mr.r., sie würden sich mit mittelmaß zufrieden geben?

mr.r. hatte einige mühe an diesem abend, mein etwas aufgebrachtes gemüt wieder einigermaßen zu besänftigen.
nicht nur ob der tatsache, dass er diese dinge denkt und ausspricht.
vielmehr der tatsache wegen, dass ich mir über eines (fast) sicher bin:
mittelmaß.....mittelmaß ist definitiv was anderes.

und wenn mr.r. zu glauben scheint, dass die dinge anders liegen so muß ich wohl an dieser stelle eine andere tatsache aussprechen:
dann fürchte ich, ist mr.r. nur mittelmäßig intelligent. denn anders kann ich mir diesen schwerwiegenden irrtum nicht erklären.

es sei vielleicht noch erwähnt:
ich hätte an diesem abend keine potentielle alternative zu mr.r. gefunden.
das "warum" liegt für mich klar auf der hand:
es gibt eben nur einen. der saß neben mir und war bereits gefunden, schon vor geraumer zeit.
da bleibt der blick für alternativen - mittelmäßig oder nicht - getrübt.
so ist das nunmal.

Freitag, 10. Juli 2009

solche und solche

manchmal gibt es tage, an denen man wahrheiten erfahren muß, die man besser nicht gewußt hätte.
an denen man sich wünscht, manche menschen würden einfach in bestimmten situationen ihren mund halten, sich raushalten.

stattdessen gibt es menschen, die unter dem fadenscheinigen deckmäntelchen der symphatie und anteilnahme, dinge tun, die mehr schaden und weh tun, als sie letztlich nutzen.
naja, vielleicht haben sie ja einen nutzen, vielleicht erfüllen sie ja tatsächlich einen sinn und zweck. aber eines ist sicher, sie erfüllen nicht das, was als grund vorgegeben wird.

es ist ziemlich enttäuschend festzustellen, dass das vertrauen mißbraucht und die chance genutzt wird. dass man verletzt wird, mit dem hinweis darauf "dass es ja nur gut gemeint wäre".

ja, es gibt eben solche und solche freunde.
der der nicht in der lage ist objektiv zu sein, sollte sich zurückhalten in sachen urteil und meinungsäußerung.
manche können das. sind ehrlich genug genau das zuzugeben und erweisen auch damit einen wertvollen freundschaftsdienst.
andere hingegen nutzen die situation geschickt für sich und behaupten dann noch völlig uneigennützig zu handeln.

so was macht mich echt krank.

Donnerstag, 26. März 2009

und wenn schon

die aussicht auf drei (fast) freie tage, hellt mein dunkles gemüt ein klein wenig auf.
die aussicht auf ein paar (fast) freie stunden mit mr.r. gibt meinem schwarzweißdenken ein klein wenig farbe.

irgendwo ganz hinten in meinem - im moment wie schweizerkäse durchlöcherten - hirn, keimt ein wenig die hoffnung auf, sonntags ein paar sonnenstrahlen zu erwischen und die eine oder andere unbeschwerte stunde ergattern zu können.
jazzfrühstück ist angesagt. und egal was kommt, das wird sicherlich das eine oder andere endorphin aus der ecke kitzeln können.

und überhaupt, hat mir meine tochter heute morgen bewiesen, dass man manchmal die dinge einfach nur beim namen nennen muß und es wird besser.
oder wie sonst erkläre ich mir meine diebische freude und erleichterung (und ja, auch eine gewisse bewunderung), als meine tochter breitbreinig aufgebaut vor meiner verhaßten nachbarin steht und sie dreist fragt:
warum hast du eigentlich einen hortplatz für E. (name der redaktion bekannt) obwohl du gar nicht arbeiten gehst und den platz gar nicht brauchst? warum hat du einen und wir nicht?
ja, warum eigentlich?
die antwort auf diese frage blieb sie uns - so wie alle anderen verantwortlichen - irgendwie schuldig. aber meine tochter hatte ausgesprochen, was mich seit tagen ärgert.
auch wenn man manche ungerechtigkeiten nicht ändern kann, wird es hin und wieder besser, wenn man sie zumindest ausspricht.

naja, und einen kleinen teilsieg hab ich dann vielleicht doch errungen. zumindest hatte ich heute ein recht langes, nettes und vielleicht auch zukunftsweisendes gespräch mit einer redakteurin einer (großen, namhaften) deutschen zeitung, die auch weiterhin den kontakt halten möchte, mir ihre karte in die hand drückte und darüber hinaus, schlicht nett war, als mensch und überhaupt.
na, man wird sehen.

im moment aber, und das danke ich an dieser stelle auch wieder zu großem teil meinem (?) mr.r. (?), der sich gestern sehr, sehr viel zeit genommen hat, um zu hören, was er hören und auch, was er eigentlich nicht hören wollte und damit meine welt wieder ein klein wenig mehr in ihre angeln gehoben hat
ja, das kann er gut, mein mr. r. - nur manchmal, ja manchmal, da mag er einfach nicht, mein mr.r.

nun gut, es ist wie es ist, noch ist es nicht besser.
und wenn schon, irgendwann wird es das schon wieder......glaub ich.

Mittwoch, 25. März 2009

konservendosen

es geht ans eingemachte.
die welt fängt wieder an, sich eine spur zu schnell zu drehen und steht trotzdem gleichzeitig still.
zuviel baustellen auf einem haufen und zu wenig möglichkeit an allen gleichzeitig zu arbeiten.
das stumme warten, auf nachricht, ob meine tochter den ersehnten hortplatz bekommen wird - damit die kinderbetreuung während der arbeit überhaupt gesichert ist -, oder ob wir eine weitere absage kassieren, wie bereits so viele vor uns.
die erkenntnis, dass ich in drei monaten keinen job mehr haben werde und nicht genau zu wissen, wie und ob es weitergehen wird (aber damit wäre zumindest das problem der kinderbetreuung erledigt, nicht wahr?).
die mitteilung darüber, dass auch das einkommen anderer - von denen man leider abhängig ist - in gefahr ist und von heut auf morgen schluß sein kann.
schluß mit allem was einem wichtig, lieb und teuer ist.
die bange angst, ob ich mir meine aussicht ins grüne morgen und übermorgen überhaupt noch leisten kann.
die frage, nach morgen und übermorgen und was danach sein wird.
und die erkenntnis, dass kofferpacken und weglaufen auch nichts nützen würde.

all das, und die tatsache im moment nur sehr wenig tun zu können, macht mich ein wenig nervös.
nein, um bei der wahrheit zu bleiben: es macht mich wahnsinnig. denn abwarten war noch nie meine stärke.
aber das gefühl, damit auf unverständnis und ignoranz zu stoßen macht mich schlicht nur wütend.

ja, es geht ans eingemachte.
nur leider habe ich die letzte konservendose zuversicht, mut und hoffnung bereits vor einiger zeit aus dem schrank geholt und vergessen neue nachzubestellen.
wenn also vielleicht jemand einen blitzkurier schicken könnte......?!?

Freitag, 27. Februar 2009

drei affen

so. noch einen termin und noch ein paar stunden arbeiten dann verabschiede ich mich in ein wochenende der ruhe.
zwei tage bei muttern und an nix denken, nichts tun müssen und keiner der was will.

ich denke ich habe diese woche entschieden zuviel gearbeitet.
auf über 50 stunden (pausen nicht eingerechnet) reine bürozeit + ungezählte familienzeit komme ich und stelle fest: zuviel.
gerechnet auf die letzten wochen, in denen ich zusätzlich noch als haus- und hofsklave und nachtwächter der familie gehalten wurde, merke ich nun einfach wie der saft ausgeht.

nun gönne ich mir also 48 stunden der ruhe und abstinenz und hoffe hierbei meine leeren batterien ein wenig auftanken zu können. (hierbei werde ich es wie die drei affen halten: nichts sehen, nichts hören, nichts sagen)
sonst, so fürchte ich, wird es nächste woche wirklich eng mit der energie.
zappenduster.

manch einer mag vielleicht an dieser stelle nicht verstehen wovon ich spreche, sich vielleicht denken, was will die olle, das mach ich doch alles mit links.
ja, dann macht mal und seht ob es wirklich lustig ist, nach elf stunden reiner arbeitszeit abends nach hause zu kommen und als erstes von der tochter angeblafft zu werden, weil das kuscheltier nicht auffindbar ist. geht anschließend noch mit dem hund um den block, dem es schlicht egal ist ob es draußen regnet oder nicht und findet danach noch zeit und energie euch mit den befindlichkeiten und wünschen der restlichen mitbewohner auseinanderzusetzen.
ach und ich vergaß: und bei all dem bitte, noch ein freundliches ach-ist-die-welt-doch-schön-dauer-lächeln auf den lippen, jaja, das will schon sein.

nein, ich kann es jedenfalls im moment nicht mehr.
deshalb: auszeit.

in diesem sinne: wünsche ich ein wunderbares wochenende.

Donnerstag, 26. Februar 2009

bauchnabelpircing

es gibt eine kategorie menschen, die glauben sie sind der nabel der welt.
wochenlang beispielsweise hört man nichts von ihnen - ich gebe zu, in dieser zeit fehlt einem auch nicht wirklich viel - nur um sich dann mal wieder am telefon zu melden (oder man selbst macht den fehler und ruft an) und gleich los zu meckern, warum man sich denn wochenlang nicht gemeldet hätte. (wobei sich mir parallel dazu immer die frage stellt: warum hat sich dieser mensch denn nicht selbst gemeldet, wenn´s scheinbar so wichtig war) spätestens dann weiß man aber eigentlich sehr genau, warum man sich nicht gemeldet hat und eigentlich auch nichts weiter von diesem nabel der welt hätte hören wollen.

diese menschen leben ganz offensichtlich in ihrer eigenen, kleinen welt.
glauben, der ganze kosmos dreht sich ausschließlich um sie und sie sind die regenten ihrer welt. interessieren sich kaum oder sogar gar nicht für die belange und bedürfnisse ihrer umwelt, erwarten aber von selbiger vollste aufmerksamkeit und interesse, unbedingte und uneingeschränkte nähe und solidarität.
bekommen sie dann im gewünschten moment nicht die aufmerksamkeit, anerkennung und das interesse dass ihnen vermeindlich gebührt werden sie schnell beleidigt und letztlich auch beleidigend.
vorwürfe hagelt es dann. engstirnige erklärungen und begründungen warum nun gerade ihr anliegen, ihr bedürfnis das einzig wichtige und vorrangige zu sein hat.

ich empfinde das immer ein wenig als "prinzessin-auf-der-erbse-syndrom", das ich eigentlich vorrangig von meiner tochter kenne - die allerdings ist gerade mal sechs jahre alt, also ein in diesem alter eher verzeihliches verhalten.

diese menschen, die offenbar in manchen situationen gänzlich ihr hirn ausschalten, nur ihre eigenen wünsche und bedürfnisse sehen können und dabei vergessen, dass es um sie herum vielleicht auch noch menschen geben könnte, die - außer ihrem sinn und zweck zu dienen - noch anderes zu tun haben, sind für mich die schwierigsten die ich so kenne.

aber auf eine andere art tun sie mir auch leid.
scheinen sie nicht zu verstehen, dass gerade durch dieses drängen und fordern nach aufmerksamkeit, anerkennung, nähe, interesse mehr und mehr die lust vergehen kann selbigem nachzugeben.
scheint ihnen offenkundig nicht bewußt zu sein, wie sehr sie sich mit dererlei verhalten isolieren und selbst ins abseits stellen.

es mag sein, dass diese menschen tatsächlich der nabel der welt sind, in ihrer eigenen, aber ich fürchte, dort in ihrer welt, sind sie die einsamsten menschen, denn sie sind allein in dieser, ihrer welt.

und manchmal, nur manchmal, hab ich in meinem kopf das dringende bedürfnis einem dieser nabel der welt ein großes, fettes (bauch-)nabelpircing zu verpassen
genau dahin,
wo´s richtig weh tut.

Montag, 12. Januar 2009

heul doch

manchmal, aber nur manchmal, stehe ich morgens bereits mit dem gefühl auf, dass es besser wäre im bett zu bleiben.
zur zeit geht mir das allerdings fast täglich so.
ich schlafe schlecht, weil mich wahlweise mein mann aller männer mit seinem schnarchen wachhält oder alternativ mein kleiner mann mal wieder aus dem bett geplumpst ist, die decke verloren oder einfach nur sehnsucht hat.
mein urlaub ist gerade mal eine woche her und mein innerstes schreit lauter denn je nach urlaub, sonne, meer und allem voran ruhe.

irgendwas mache ich falsch, die letzten tage, fürchte ich.
aber es herrschen im moment auch erschwerte bedingungen.
mein kleiner sonnenschein-sohn entpuppt sich als geduschter-mitternächtlichgefütterter-gremlin und ist mittlerweile zur kompletten dauer-gewitterwolke mutiert.
egal was, egal wo und egal wie, er hat überall was zu meckern, zu schreien und zu heulen.
und wenn ich ihm gerade mal keine aufmerksamkeit schenken muß, kann ich sicher sein, dass jemand anders aus der familie die chance nutzt und an der anderen seite anfängt an mir zu ziehen und zu zerren.
eigentlich hatte ich schon längere zeit nicht mehr das gefühl von "kofferpacken und ganz schnell weg hier", aber die letzten tage erscheint mir diese option als die verführerischte von allen.

und nun, zu allem überfluß, sitze ich hier an meinem büroschreibtisch und wünschte mich wer weiß wohin, aber in jedem fall: weg!
es scheint ich habe das arbeiten schlicht verlernt, vergessen was ich den ganzen tag hier so tun soll (nein eigentlich weiß ich nur zu gut, was ich zu tun hätte....mag aber nicht!)

ich fürchte, sie hat mich eingeholt, meine kleine winterdepression, der ich seit wochen großflächig aus dem weg gehe. da hab ich mal nicht aufgepasst und schwups hat sie zugeschnappt.
ich denke ich bin einfach nicht gemacht für kälte, schnee und all den kram. ich bin und bleibe ein sonnenkind und als solches fühle ich mich zu dieser jahreszeit einfach nicht wohl, punkt.
aber wirklich weiter bringt mich diese erkenntnis im moment nun auch nicht und so schleppe ich mich halt heute durch den tag, zähle stunden, erledige lästige arbeit und genieße die einzige freude des tages:
heute brüllt mir niemand mehr ins ohr oder hängt schluchzend an meinem hosenbein. niemand wird über das abendessen meckern oder über die bettgehzeit mit mir diskutieren wollen.
heute, erledigt diesen undankbaren job ein anderer
und dafür bin ich mehr als dankbar.....

und jetzt,
hol ich mir nen frischen kaffee, geh noch eine rauchen
und
freu mich zumindest darüber und über die heutige ruhe.

na, geht doch!

Dienstag, 25. November 2008

worte und taten, oder.....von nix, kommt nix


gestern hatte ich ein längeres gespräch mit meinem projektleiter, chef, auftraggeber - nennen wir es wie wir wollen - mit dem menschen, der mir hier in diesem laden noch am ehesten was zu sagen hat.
er kam auf mich zu, ursprünglich um meinen stundensatz neu zu verhandeln, letztlich aber wohl eher, um mit mir über die momentane situation zu sprechen.

die momentane situation ist - wie soll ich es beschreiben - eher desolat.
zu viel arbeit, für zu wenig mitarbeiter. steigende unzufriedenheit der mitarbeiter mit zunehmender ignoranz des arbeitgebers. eine normale arbeitssituation also, müßte man meinen.

aber da es ja nun so ist, dass nicht jeder wild auf streß, mit anschließendem magengeschwür ist. die wenigsten von uns nicht schon irgendwie mit der burnout-symptomatik konfrontiert worden sind und allen langsam aber sicher die puste ausgeht, war es wohl aus seiner sicht an der zeit, ein "motivierendes" gespräch zu führen.

der anfang wurde bei mir gemacht.
mit mir, der "guten seele des ladens" wie er es immer so schön formuliert.
naja, ich gebe zu, ich weiß viel von dem, was hier so vor sich geht (und manchmal sogar mehr als mir lieb ist). zu mir kommen die leute, kotzen sich aus, verraten mir geheimnisse, spielen stille post, holen sich den einen oder anderen rat oder lediglich ein paar gummibärchen aus meiner schublade und ziehen anschließend von dannen.
aber er kam allem voran deshalb zu mir, weil er wußte, wie es momentan um meine position steht. wie ungern ich im moment hierher komme, meine arbeit mache und wie froh ich oftmals bin, wieder nach hause zu gehen.
es gab eine zeit, in der ich für deutlich weniger geld hier gearbeitet hätte, weil ich spaß daran hatte, weil das was ich mache - und ich mache meinen job gut, so finde ich zumindest - anerkannt und honoriert wurde.
aktuell, kann man mir gar nicht genug zahlen, dass ich bleibe, im moment würde ich am liebsten hinschmeißen.
mehrmals schon, habe ich aus verantwortung und pflichtgefühl andere jobs abgelehnt. ich hab meinen vertrag bis mitte nächsten jahres, also ziehe ich das durch, hab ich gedacht.
aber ich merke auch, es fällt von tag zu tag schwerer.

also bat mein chef zum gespräch.
eine ganze stunde nahm er sich zeit - seltenheit in diesen tagen.
und es ging tatsächlich zur sache - verbal versteht sich - und ich konnte ehrlich sein, sagen was mich stört und ärgert, den dingen ein wenig luft verschaffen.
ob es hilft, ich weiß es nicht. im moment bin ich noch ein wenig unschlüssig, wenn ich ehrlich bin.

ich weiß, dass es meinem chef sehr wichtig ist, dass ich bleibe.
ich weiß auch, dass es ihm - aus irgendeinem grund - wichtig ist, weit über das normale arbeitsverhältnis hinaus. er war es schließlich, der darum gekämpft hatte, dass ich, und ausschließlich ich, diesen vertrag bekomme.
eine kleine ahnung davon, was ich bedeute bekam ich gestern, als er meinte:
"wir brauchen dich doch hier. dich und deine gute laune. geht es dir gut, hast du gute laune, haben die hier alle....du überträgst das, du bist hier der dreh- und angelpunkt".
starke worte, wie ich finde. besonders aus dem mund eines vorgesetzten.
und zumindest kurzzeitig beeindruckend.

aber,
ich bin nicht blond.
und die letzten wochen haben ein etwas anderes bild abgegeben, als das, was gestern formuliert wurde.
und ich denke,
wenn den worten keine taten folgen
werden sie wohl auf mich verzichten müssen.

dennoch,
ich bin fair,
für die gute-laune-nachfolge wäre hiermit:




gesorgt.

Sonntag, 9. November 2008

leben wie im bundestag

"go on now go walk out the door
just turn around now'
cause you're not welcome anymore
weren't you the one
who tried to hurt me with goodbye"


.....ist ein teil eines songs der den meisten wohl mehr als bekannt sein dürfte (gloria gaynor).
speziell über den zweiten teil dieses parts hab ich mir gedanken gemacht.

was bringt menschen dazu, zu glauben, dass die androhung zu gehen (das wort an-drohung, ansich besagt ja schon recht viel ) irgendetwas ins positive verändern könnte.
wieso steht so oft die redewendung "wenn nicht.....dann kann ich ja auch gehen" im raum, wird ausgesprochen als wäre es der selbstverständlichste satz im laufe eines geschehens.
für viele wird es sogar zur logischen konsequenz, die sie ziehen müssen, wenn alles andere nicht die gewünschte wirkung zeigt.
selbst von meiner tochter kenne ich bereits sätze wie "dann kann ich ja auch ausziehen, wenn....."
scheinbar ist weggehen, ausziehen oder letztlich weglaufen die letzte instanz die gerufen wird, wenn alles andere nicht nach wunsch läuft.

wieso ist es für menschen so schwer begreiflich, dass man mit diesem satz, dieser drohung menschen nicht zu sich bringt, sondern vielmehr sie noch weiter von sich entfernt?
wird mit dieser aussage nicht alles vorher gesagte, alles grundsätzliche infrage gestellt, selbst wenn es innerhalb einer diskussion oder auseinandersetzung gar nicht um grundsätzliches ging?

bleiben wir bei dem beispiel meiner tochter - wenngleich natürlich nicht sonderlich repräsentativ.
wenn ich nun also mit meiner tochter einen disput darüber habe, ob und wann sie ihr zimmer aufräumen sollte, ist das in ihrer welt tatsächlich gleichbedeutend mit der grundsatzfrage, ob ich sie noch lieb habe? ist es also zwingend erforderlich auch ihrerseits ihre liebe zu mir in frage zu stellen, uns beide auf die probe zu stellen und die alles entscheidende frage zu stellen: soll ich ausziehen? (was ja dann im umkehrschluß nichts anderes heißen würde wie: liebst du mich noch genug, dass du möchtest dass ich bleibe?)

ist das also der weg den man gehen muß, wenn zwei meinungen aufeinander treffen und keinen kompromiß finden können. muß dann die grundsatzfrage nach ausreichend liebe und zuneigung gestellt werden?

mir kommt hierbei irgendwie die assoziation mit dem politischen werkzeug der vertrauensfrage in den sinn, die ja letztlich ähnlichem zweck dienen soll.
und ob nun im politischen oder privatem bereich, hat diese frage ja nun recht weitreichende konsequenzen.
natürlich (wie im falle meiner tochter) stellt sich diese frage meinerseits eigentlich überhaupt nicht. ich stelle nicht in frage ob ich sie auch weiterhin lieb habe, geschweige denn ob sie ausziehen sollte (mal von den unpraktikablen umständen ganz abgesehen), selbstverständlich muß ich zugeben, dass ich sie in augenblicken wie diesen vielleicht ordentlich dick hab und ein paar minuten auszeit für beide parteien das beste wäre, aber die "vertrauensfrage" stellt sich dennoch nicht.

was mich aber in momenten wie diesen traurig macht, ist dieses grundsätzliche infragestellen von allem und jedem.
das vergessen, dass momente wie diese die ausnahme und selten sind und das ignorieren von allen anderen momenten, von allen anderen gesagten und gemachten dingen.

gut, ich kann meine tochter verstehen, habe nachsicht mit ihr, denn es ist in ihren augen ein spiel um macht und position, ein spiel das sie lernen muß um in der welt ein klein wenig besser zu bestehen und um hoffentlich am ende zu begreifen,
dass weglaufen nicht die lösung ist.

unverständnis habe ich dann,
wenn erwachsene sich noch genauso verhalten
und glauben
jemanden in die ecke zu treiben, zu drohen und zu fordern,
würde seinen gegenüber wieder näher bringen.

jedes mal, wenn mir solche momente begegnen,
stirbt ein teil der vergangenheit, des erinnerns.
der teil, der mich die vertrauensfrage positiv beantworten lassen würde,
sofern ich sie überhaupt beantworten wollte.

p.s.
der geneigte leser möge sich vielleicht folgenden artikel zu gemüte führen.
beim lesen wurde mir die diskrepanz zwischen der definition des wortes und der tatsächlichen verwendung bewußt.
vielleicht irre ich mich ja,
aber eine vertrauensfrage zu stellen, hat mit vertrauen ja nun gar nichts mehr zu tun.
zumindest dann, wenn man die handelsübliche definition verwenden möchte.

Mittwoch, 22. Oktober 2008

du darfst nicht....

zugegeben, ich hatte während meiner ehe immerschon ein etwas angespanntes verhältnis zu meiner damaligen schwiegermutter.
eigentlich dachte ich, das hätte sich gelegt, jetzt da sie nur noch oma, nicht aber schwiegermutter mehr sein muß.

schwierig dann, wenn ihr mutterherz gegen meines schlägt und damit meines zum kochen bringt.

seit kurzer zeit ist mir aufgefallen, dass meine kinder ihren (zieh-)papa immer häufiger bei seinem namen, und immer seltener papa nennen.
bei meiner tochter - da älter - nicht sonderlich auffällig. bei meinem sohn, da schon als baby an seinen (zieh-)papa gewöhnt, eher ungewöhnlich.
ich selbst hätte nicht nachgefragt, dachte es wäre die entscheidung der kinder, wie sie ihn nennen wollen. und so wie sich für das papa entschieden hatten, könnten sie sich genauso gut dagegen entscheiden.

doch als wir heute beim abendessen saßen und uns unterhalten haben, erzählte mir mein sohn plötzlich, dass seine oma (meine ex-schwiegermutter) verboten hätte, papa zu sagen.
er hätte nur einen papa und der andere wäre eben kein papa, sondern nur mamas freund.

ich weiß nicht, was mich in diesem moment mehr erschüttert hat.
die dreistigkeit dieser aussage aus dem munde eines menschen, der so wenig ahnung hat, dass es schon fast zum himmel schreit. oder die traurigkeit, dass selbiger mensch meinem sohn vorschreiben möchte, was er zu fühlen hätte, und vorallem, was er nicht fühlen darf.

nie wurde ein geheimnis daraus gemacht, wer der leibliche papa meines sohnes ist. schließlich sehen die kinder ihren vater oft und regelmäßig genug um das selbst zu wissen.
zu keiner zeit wurde der status "papa" forciert.
um so sicherer war und bin ich mir, dass meine kinder ihre entscheidung selbst und allein getroffen hatten und damit dieses thema eigentlich keines wäre.
selbst der leibliche vater mußte anerkennen, dass es auch ein gewinn und glücksfall sein kann, wenn trennungskinder am ende dieser zeit sagen können: ich habe zwei papas (so schon mehrmals bei meiner tochter geschehen).

ich war unglaublich wütend - bin es eigentlich noch.
wütend angesichts dieser ignoranz.
es ist scheinbar sehr leicht, jemandem pflichten zuzugestehen, die rechte aber gänzlich in frage zu stellen.
ist schließlich er es, der täglich den kakao für die kinder macht, der parat steht wenn notfälle passieren, der sich zu elternabenden quält, der verlässlich ist, wenn es der leibliche vater mal wieder nicht ist, der versprechen hält, wo sie an anderer seite gebrochen sind, der sich gedanken macht, wo es andere nicht tun.
wie unfair ist es dann, nur weil sie nicht aus seinem "ei" geschlüpft sind, infrage zu stellen, dass er genauso berechtigung hat, wie jeder andere auch.

besonders traurig angesichts der tatsache, dass es nun schon ein zweites mal passiert, dass ihm dieses recht, diese anerkennung abgesprochen wird. denn selbst seinem leiblichen sohn darf er kein vater sein, wenn es nach der mutter geht.
und da ich meinem exmann von anfang an und immer jegliche rechte eingeräumt, ihn aber von vielen pflichten entbunden habe, kann ich nicht verstehen, warum das dann nicht wenigstens für alle gelten soll.
welche rechte hat ein vater denn? und wann ist ein vater ein vater? und wer in gottes namen will das entscheiden?

ich habe beschlossen, meine kinder sollen das entscheiden.
so habe ich es ihnen auch gesagt.
niemand kann und darf für sie entscheiden, wer ihr vater ist oder nicht. niemand, auch ich nicht, hat das recht festzulegen, wem ihre gefühle gehören dürfen.
sie selbst dürfen und müssen entscheiden, wem sie das privileg "vater" zuteil kommen lassen.

denn eines ist nunmal sicher, dass attribut vater erkauft man sich nicht irgendwo im supermarkt an der kindertheke.
man kann es sich auch nicht "erarbeiten" oder durch verwandschaft billig erwerben.

das attribut vater, wird einem zuteil, dann, wenn das kind darauf vertraut, das beste bekommen zu haben, was es haben kann
und was es verdient.

Dienstag, 21. Oktober 2008

da setzt das hirn aus

da kann ich nicht meinen mund halten. da muß ich doch ein wort drüber verlieren.....

gerade mit einer freundin telefoniert, ihres zeichens frisch gebackene mutter.
und, wie um das klischee zu erfüllen, vermutlich voll von stillhormon und den dementsprechenden nebenwirkungen, auch wenn sie gar nicht stillt.

ich bin mutter, ich darf das sagen.

es war erschreckend mit ihr zu telefonieren.
bis dato eine gestandene, vernünftige, ausgesprochen nette frau.
mutiert zu.....ich weiß es nicht, kann es nicht wirklich formulieren....fest steht, es ist erschreckend!

mal abgesehen davon, dass es war, als würde man mit beiden (kind und mutter) gleichzeitig telefonieren und das telefonat mehrmals unterbrochen wurde, weil der zwerg selbst zum hörer greifen wollte (vermutlich wollte er nur schreien: hol mich hier raus!)
durfte ich zeuge jeglicher regung des zwergs sein, ob nun schluckauf, naseputzen oder auch das übermäßige füllen der windel.
jedes detail wurde - ungefragt - vor mir ausgebreitet.

und am ende stellte sich mir nur die frage:
bin ich nun debil oder sie?

ich gebe zu, vielleicht war ich auch so, müßte also nachsichtig sein. müßte verständnis haben.
aber irgendwie, ganz ehrlich, ist mir das im laufe des telefonats ein wenig abhanden gekommen.
unverständnis macht sich breit, wie eine erwachsene frau sich so um 180° drehen und wandeln kann, wie wenig von der freundin die ich kannte und schätzte, im moment übrig ist.

es tut mir, ehrlich, leid das miterleben zu müssen....weiß ich nur zu gut, wo das enden kann.
ich weiß auch, es wird einige zeit dauern, bis auch sie begreift, dass anrufer vieles aus ihrem leben interessiert, sicherlich aber nicht
der inhalt der windel ihres sohnes.

nun weiß ich bestens bescheid, wie es ihrem sohn, dem vater desselben, dem berufsleben des vaters, dem krankheitsbild ihres sohnes und ihrem täglichen routinelauf zwischen milchflasche und windeln wechseln geht.

was ich aber nicht weiß und vermutlich sie auch nicht, ist,
wie es ihr geht

und das macht mich verdammt traurig.